Ömer Ocak (Türkei)

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Übersetzung für BabelFAmily: Irmgard Brandl
 

Mein Name ist Ömer Ocak. Ich wurde am 1. Mai 1978 in Kars, am nordöstlichen Rand der Türkei, geboren. Falls ihr jemals die Möglichkeit habt, hierher zu kommen, würde ich mich freuen, euch in meiner Heimatstadt zu begrüßen.
Weder in der Grund- noch in der Mittelschule hatte ich gesundheitliche Probleme und ich war kein schlechter Schüler. Mein älterer Bruder und meine ältere Schwester leiden ebenfalls an FA. Obwohl ich mit ihnen oft beim Arzt war, wurde uns nie gesagt, dass auch ich FA haben könnte. In der zehnten Klasse (im Alter von etwa 15 Jahren) zeigten sich auch bei mir die Symptome, aber ich brauchte neun Jahre, um das zu akzeptieren. Ich machte Abitur. Danach ging ich lange Zeit nicht mehr aus dem Haus. Im Alter von 17 und von 19 Jahren schaffte ich es jeweils, einen vorläufigen Studienplatz zu erhalten, aber ich studierte nicht: Es ist wirklich schwer, wenn man gezwungen ist, in einem Rollstuhl zu sitzen. In dieser Zeit habe ich keine psychologische Hilfe erhalten. Ich weiß nicht, ob das auch in anderen Ländern so ist, aber ich denke, es wäre wichtig, Unterstützung zu bekommen.

Die Zeit zwischen 1997 und 2006 verbrachte ich ganz zu Hause. Es schien, als könnte ich vom Leben nichts erwarten. Bis 2006 hatte ich mich dann tatsächlich an meine Krankheit gewöhnt: Ich hatte sie akzeptiert. Es war an der Zeit, der Welt zu zeigen, dass behinderte Menschen, in unserem Fall FA-Patienten, viel erreichen können, deshalb brauchte ich eine Ausbildung. Ich absolvierte die Aufnahmeprüfung an der Universität noch einmal und erhielt einen Studienplatz an der Marmara-Universität, Fakultät für technische Erziehung. Die Universität befindet sich in Istanbul, während wir in Kars lebten. Zuerst wollte mich meine Familie nicht gehen lassen, trotzdem zog ich nach Istanbul. Ich studierte und machte meinen Abschluss.
Nun plane ich, ein Unternehmen zu gründen, in dem behinderte Menschen Arbeit finden. Ich liebe es zu reisen und neue Orte zu besuchen. Schon lange habe ich gehofft, mich in einer Organisation wie dieser zu engagieren. Ich möchte auch gerne alle nach Kars einladen!

 

 

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